Einige Berichte hessischer Sinti über die nationalsozialistische Verfolgung sind nun auf einer DVD erschienen, die von uns produziert wurde. Die Berichte, ausgewählt von Josef Behringer vom hessischen Landesverband Sinti & Roma, wurden auf einer öffentlichen Lesung am 29. November 2006 im Justus-Liebig-Haus in Darmstadt vorgelesen, und zwar von drei jungen Menschen, die in etwa so alt wie die Personen damals waren, als sie in die nationalsozialistische Mordmaschinerie gerieten.
Carina Pfau trug Passagen aus der Darstellung von Dina Franz vor, die aus Ostwestfalen nach Auschwitz deportiert worden war und nach der Befreiung nach Darmstadt zog. Julie Georg las Ausschnitte aus dem Bericht von Alwine Keck, die aus Okriftel stammend von Darmstadt aus nach Auschwitz verbracht wurde und dort fast alle Familienangehörigen verlor. Nach 1945 gehörte sie zu den wenigen Überlebenden der Darmstädter Sinti. Eine seltene Ausnahme stellt die von Melano Strauß vorgetragene Geschichte von Johann Weiss dar. Die Familie Weiss konnte fliehen, weil ein Kriminalbeamter ihnen nicht nur die Gelegenheit verschaffte, sondern sie auch während der Flucht unterstützte. Dieses Beispiel für Zivilcourage eines Polizisten, der viele Jahre später mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet wurde, darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass dies die absolute Ausnahme war.Die DVD kann u. a. bezogen werden über den Förderverein Zentrum für Demokratie und Menschlichkeit gegen Rassismus e.V., Dr. Udo Engbring-Romang, Am Rain 18, 35039 Marburg/Lahn. E-Mail: foerderverein_zentrum@gmx.de